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Mindestlohn

14. Juni 2008

Mindestlohn ist ein gesetzlich verordneter Minimallohn, der bei einem Beschäftigungsverhältnis mindestens bezahlt werden muss. Das Ziel dahinter, dass jeder von dem Geld, das er verdient, leben können und meiner Betrachtung nach auch am Markt mitbestimmen soll, ist wohl für jeden einsichtig und nachvollziehbar. Ob das Mittel, einen gesetzlichen Mindestlohn festzulegen aber sinnvoll gewählt ist, sogar ob er überhaupt diesen Zweck erfüllt, ist sehr umstritten.

Die Befürworter gehen davon aus, dass durch diese Maßnahme jeder, der unterhalb des Existenzminimums verdient, per Verordnung mehr Geld bekommt und künftig von seinem Geld leben kann. Mindestlohn gibt es in sehr vielen europäischen Staaten, werden Bedenken zerstreut. Doch es gibt auch Gründe, die gegen diese Vorstellung sprechen:

  • Für mehr Geld würden viele Menschen überhaupt gar nicht eingestellt. Wenn etwas teurer ist, leistet man sich weniger davon.
  • Wenn viele Menschen plötzlich mehr Geld verdienen, müssen ihre Arbeitgeber die Preise erhöhen, um sie zu bezahlen. Durch die größere Kaufkraft passiert das mittelfristig auch bei nicht durch den Mindestlohn betroffenen Betrieben. Die Folge ist eine verstärkte Inflation, an deren Ende das Minimalgehalt wieder unterhalb des Existenzminimums liegt. Mindestlohn wäre also wirkungslos und würde bei nicht erfolgender Lohnerhöhung bei anderen Arbeitnehmern mittelbar den Lebensstandard der Normalverdiener gefährden.

Die Praxis in anderen Staaten spricht auch nicht gegen diese Punkte, denn hier betrifft dieser im Gegensatz zum deutschen kaum jemanden. Somit lässt sich Mindestlohn als Kurzschluss sehen, der bei näherer Analyse kaum einen oder gar negative Effekte hätte.

5 Kommentare

  1. Bei sinkendem Reallohn ist es durchaus gerechtfertigt, gesetzlich definierte Mindestlöhne festzulegen und regelmäßig anzupassen. Gäbe es hier keine Regelung, würde man vermutlich aus staatlichen Unterstüzungen über mehr Geld im Monat verfügen, als wenn man für Dumping-Löhne zur Arbeit geht.


  2. Kann meinem Vorredner nur zustimmen, um die Arbeitenden höher als die Arbeitslosen zu stellen ist ein Mindestlohn durchaus sinnvoll.

    Allerdings schustert der Mindestlohn in diesem Fall nur an den Symptomen herum anstatt die Krankheit zu heilen (wenn ich mal bildlich sprechen darf und man mir das nicht gleich als antikapitalistisch ankreidet…)


  3. Das momentane Problem ist folgendes: Einige Unternehmer beschäftigen Arbeiter, zahlen ihnen aber nicht genügend Lohn, damit diese “davon leben” können. Diese Differenz muss vom Staat und damit vom Steuerzahler ausgeglichen werden. Einerseits heißt dies: Die Gewinne werden privatisiert, die Verluste sozialisiert. Das Unternehmen bekommt mehr (Arbeit) für weniger (Geld). Weiterhin bezahlt der Arbeitnehmer durch seine Steuern und Abgaben seinen eigenen Lohnzuschuss mit. Die größeren Umsätze, die durch die Einsparungen gemacht werden, kommen den Arbeitern nicht zugute, sondern werden einerseits “nach oben” umverteilt (Chefetage) und vor allem den Aktionären ausgeschüttet. Somit haben vor allem die Kapitalbesitzer etwas von Dumpinglöhnen, die Mehrheit der Gesellschaft nicht.

    Das ganze hat auch was mit dem Zinssystem zu tun, das eine Umverteilung von “Unten nach Oben” begünstigt. Mindestlohn allein hilft da nicht, kann aber das weitere Auseinanderdriften der Schere Arm/Reich bremsen. Auch hilft er die Kaufkraft zu stärken, da den Menschen mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung steht, wodurch die (ehrlichen) Unternehmen nicht zwangsläufig die Preise steigern müssten.

    Was aber bei der Grundidee des Blogs zu bemängeln wäre ist, dass Marktwirtschaft mit Kapitalismus gleichgesetzt wird. Ich denke, das sollte man nicht in einen Topf werfen. Es ist möglich auch im Kommunismus beispielsweise eine Marktwirtschaft zu etablieren. Genauso, wie man Kommunismus auf einer Basisdemokratie fußen lassen kann.


  4. Mindestlohn ja, aber nur in bestimmten Branchen.


  5. [...] Vollbeschäftigung Sozialhilfe und Lohnzuzahlungen 19. Oktober 2008 Wie Bomret in einem Kommentar bemerkt (und als unzureichend kritisiert) hat, ist eine weitere momentan gebräuchliche Methode zur [...]



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